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AG & Best Practice
Die Arbeit der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für Medizin (DCGM) ist thematisch strukturiert und basiert auf den aktuellen medizinischen Herausforderungen und Möglichkeiten des deutsch-chinesischen Austauschs. Die Mitglieder der DCGM engagieren sich in verschiedenen Arbeitsgruppen, die sich auf spezifische Fachgebiete konzentrieren. Dabei stehen der Wissenstransfer und die gemeinsame Entwicklung medizinischer Ansätze im Mittelpunkt.
Zu den thematischen Schwerpunkten gehören die Palliativmedizin, die Notfall- und Katastrophenmedizin sowie der Bereich Geriatrie/Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). In der Arbeitsgruppe Palliativmedizin wird daran gearbeitet, die Versorgung von Patienten am Lebensende zu verbessern und kulturelle Unterschiede in der Behandlung zu verstehen und zu respektieren. Die Arbeitsgruppe Notfall- und Katastrophenmedizin (SGIDEM) widmet sich der internationalen Zusammenarbeit bei der Bewältigung von medizinischen Notfällen und Naturkatastrophen – ein Bereich, in dem der Austausch von Expertise lebensrettend sein kann. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch der Geriatrie/Rehabilitation und Traditionellen Chinesischen Medizin. Hier geht es darum, bewährte Ansätze der Altersmedizin und Rehabilitation mit den Jahrtausende alten Methoden der TCM auf evidenzbasierter Basis zu verbinden, um das Wohl nicht nur älterer Patienten zu verbessern.
Die Arbeitsgruppen der DCGM bieten eine Plattform, auf der medizinische Fachkräfte aus Deutschland und China gemeinsam an innovativen Lösungen arbeiten und voneinander lernen können. Durch dieses gezielte Engagement tragen sie maßgeblich zur Weiterentwicklung der medizinischen Zusammenarbeit beider Länder bei.
AG Palliativmedizin

Die Arbeitsgruppe Palliativmedizin wurde vom Vorstand der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für Medizin e.V. am 01. Januar 2017 gegründet. Dies entspricht dem Wunsch der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für Medizin und Ihrer chinesischen Partnergesellschaft, nach Kooperationen im Bereich der Palliativmedizin. Vorsitzender der Arbeitsgruppe ist Prof. Dr. Frank Elsner, Uniklinik RWTH Aachen. Erklärtes Ziel dieser Initiative ist es, die Palliativmedizin in der Volksrepublik China zu fördern, indem Sie unter anderem auch das chinesische Gesundheitsministerium hinsichtlich des Aufbaus palliativmedizinischer Versorgungsstrukturen zur Behandlung von Patienten am Ende des Lebens oder mit unheilbaren Krankheiten berät.
Die deutsch-chinesisch besetzte Arbeitsgruppe strebt an, die Ausbildung in der Palliativmedizin durch spezielle Schulungsmaßnahmen für Ärzte, Krankenschwestern und andere Fachberufe in diesem Feld auszubauen. Im Jahre 2012 und 2013 fand ein erster Modellkurs am Peking University People`s Hospital statt. Ausgehend von diesem ersten Pilotkurs werden weitere Bildungsmaßnahmen von beiden Partnern organisiert folgen.
Gemeinsame Forschungsprojekte sollen das gegenseitige Verständnis über die Herausforderungen der palliativmedizinischen Versorgung vertiefen. Beide Gesellschaften, vertreten durch die neu etablierte Arbeitsgruppe, werden zunächst eine Bestandsaufnahme des aktuellen Versorgungsstandes in der Palliativmedizin in China vornehmen, um sodann den weiteren Bedarf für die zukünftige Entwicklung feststellen zu können. Die Kooperation umfasst zudem die Entwicklung eines Masterplans zur Verbreitung und landesweiten Implementierung der Palliativmedizin in China.

Darüberhinaus werden die Partner gemeinsam weitere Forschungsthemen identifizieren und Möglichkeiten für gemeinsame Forschungsprojekte ausloten. Dieser Austausch soll in eine gemeinsame Forschungsagenda beider Partner münden. Kontakt über die Geschäftsstelle der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für Medizin in Berlin.
AG Notfall- und Katastrophenmedizin

Im Dezember 2011 wird das Sino-German-Institute for Disaster and Emergency Medicine (SGIDEM) in Wuhan unter Beteiligung von deutschen und chinesischen Fachmedizinern und der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin gegründet, welches Qualifizierungsmaßnahmen und Schulungen in der Notfall- und Rettungsmedizin für chinesische Ärzte organisiert und Beratungsfunktionen beim Ausbau des Rettungswesens in der Provinz Hubei und anderen Provinzen Chinas wahrnimmt.


Die mit dieser Gründung verbundene Etablierung eines gemeinsam geführten Leitungs- und Koordinationsgremiums in China ist Ausdruck der Bedeutung, die dem gemeinsamen Wissens- und Erfahrungsaustausch in diesem Bereich für beide Seiten beigemessen wird. Zugleich wird damit die Zusammenarbeit in der Notfall- und Katastrophenmedizin realisiert, die auch dem politischen Wunsch beider Länder, niedergelegt im Gesundheitsabkommen zwischen der VR China und Deutschland vom 16. Mai 1980 entspricht und dieses ausfüllt.

AG TCM - Geriatrie - Rehabilitation
Die demografische Entwicklung in Deutschland und China führt zu einem wachsenden Bedarf an spezialisierten Ansätzen im Bereich Geriatrie, Rehabilitation und Healthy Aging. Beide Länder sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, eine alternde Bevölkerung medizinisch optimal zu versorgen und deren Lebensqualität zu sichern. Dabei spielt die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) eine zentrale Rolle. Mit ihrer ganzheitlichen Herangehensweise bietet die TCM wertvolle Ansätze sowohl in der Prophylaxe als auch in der Therapie altersbedingter Erkrankungen.

Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, hat die Deutsch-Chinesische Gesellschaft für Medizin (DCGM) bereits vor mehr als fünf Jahren die Arbeitsgruppe Geriatrie ins Leben gerufen. Unter dem Vorsitz von René Thielmann, Geschäftsführer des Hüttenhospitals, widmet sich die Arbeitsgruppe der Förderung des Austauschs bewährter Praktiken zwischen Deutschland und China im Bereich der Altersmedizin und Rehabilitation. Ziel ist es, innovative Konzepte zu entwickeln, die den Bedürfnissen einer alternden Gesellschaft gerecht werden.



Im Jahr 2023 wurde die Arbeitsgruppe Geriatrie & Rehabilitation auf der Mitgliederversammlung der DCGM um den Bereich Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) erweitert, um den zunehmenden Einsatz von TCM in der geriatrischen Versorgung und Rehabilitation zu reflektieren. Für die TCM unterstützen dabei Dr. René Glas-Albrecht und Birgit Pscheidl mit ihrem TCM Fachnetzwerk die AG Verantwortlichen Prof. Heppner und René Thiermann. Besonders wichtig ist der erweiterten AG dabei der wissenschaftliche Ansatz: Die Arbeitsgruppe konzentriert sich auf die evidenzbasierte Anwendung der TCM, um sicherzustellen, dass deren Integration in die westliche Medizin auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Die AG Geriatrie, Rehabilitation und TCM bietet eine Plattform für den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Fachleuten beider Länder und trägt dazu bei, innovative Lösungen in Verbindung mit Traditionstherapien zur Bewältigung der demografischen Herausforderungen zu entwickeln.
Best Practice: 1. Deutsch-Chinesisches Freundschaftskrankenhaus
Das Alleinstellungsmerkmal und die besondere Geschichte von Tongji Wuhan für die deutsch-chinesischen Beziehungen in der Medizin knüpfen an die mehr als 100jährige Geschichte des Tongji-Hospitals an und setzen diese Tradition mit der Eröffnung des 1. deutsch-chinesischen Freundschaftskrankenhauses im Jahr 2018 fort.

SEIT MEHR ALS 100 JAHREN GELEBTE DEUTSCHE MEDIZINTRADITION
Im Jahr 1900 wurde das Tongji Klinikum von Dr. Erich Paulun, einem deutschen Arzt, in Shanghai gegründet. Der Name “Tongji” stammt aus dem Chinesischen und bedeutet so viel wie “Zusammen in einem Boot das Ufer erreichen”. 1907 gründete Paulun eine medizinische Fakultät, die sich “Deutsche Medizinische Schule Shanghai” nannte und die später, 1908, in “Deutsche Medizinische Schule Shanghai Tongji” umbenannt wurde, die der Rechtsvorgänger der Tongji Universität war. Die Ausbildung umfasste auch drei Jahre Deutschunterricht neben zwei Jahren medizinischem Präparationskursus und drei Jahren Unterricht in Medizin. Im Februar 1950 beschloss der Staatsrat die Verlegung der Medizinischen Fakultät Tongji nach Wuhan.
Im Jahr 1962 eröffnet das Tongji Klinikum die einzige deutsche medizinische Klasse in China. Alle Vorlesungen werden in Deutsch gelehrt; die Studienzeit dauert insgesamt 6 Jahre. Bis jetzt haben über 2000 Studenten aus 35 Jahrgängen dieses Studium absolviert mit sowohl ausgezeichneten Kenntnissen der Medizin als auch der deutschen Sprache. Damit wurde ein einzigartiger Beitrag zur Entwicklung des chinesischen Gesundheitswesens und des chinesisch-deutschen medizinischen Austausches geleistet, der auch bei chinesischen und deutschen Regierungen große Beachtung gefunden hat. Die engen Beziehungen zur deutschen Medizin beeinflussen tief die medizinischen und kulturellen Traditionen des Tongji Klinikums. Bis zum heutigen Tage bewahrt das Klinikum seinen deutschen Stil in der Medizin.

Auf ihrer zwölften Chinareise im Oktober 2019 besucht die Kanzlerin die Metropole Wuhan (Bild: Bundesregierung/Kugler)

Dabei stattet Kanzlerin Merkel auch dem 1. Deutsch-Chinesischen Freundschaftskrankenhaus einen Besuch ab.
(Bild: Bundesregierung/Kugler)


Unter der Leitung von Präsident Liu Jihong besuchten Dr. Rueckert, Gesandter der deutschen Botschaft in China, und seine Mitarbeiter am 7. Juli 2023 die Ambulanz des Chinesisch-Deutschen Freundschaftskrankenhaus (Optical Valley Campus des Tongji Klinikums), die Krankenhauskulturwand, den Ausstellungsbereich aller Präsidenten der Deutsch- Chinesischen Gesellschaft für Medizin (DCGM) und der Chinesisch- Deutschen Gesellschaft für Medizin (CDGM) und die historische Ausstellung für den deutsch-chinesischen Medizinaustausch. Der deutsche Gesandte würdigte den Kampft gegen COVID-19 auch durch das medizinische Personal des Tongji Klinikums während der globalen Pandemie. Silja Zhang vertrat bei diesem Meeting die Deutsch-Chinesische Gesellschaft für Medizin .
GEMEINSAME SCHRITTE ZUM ERSTEN DT._CHIN. FREUNDSCHAFTSKRANKENHAUS
Nach über zehn Jahren intensiver Vorbereitung wurde 2018 die Eröffnung dieses einzigartigen Projekts bekanntgegeben. In dieser Zeit haben wurden viele wichtige Meilensteine erreicht, die die enge Zusammenarbeit zwischen den Hauptprotagonisten DCGM und CDGM verdeutlichen. Dazu zählen der Austausch von Famulanten, die Errichtung eines Zentrums für Katastrophen- und Notfallmedizin, die erfolgreiche KTQ-Zertifizierung der Rehabilitationsabteilung am TongJi Krankenhaus sowie das Projekt Hospital Management in Kooperation mit dem Bundesgesundheitsministerium. Dieses erste Deutsch-Chinesische Freundschaftskrankenhaus steht als Symbol für die starke und erfolgreiche Partnerschaft zwischen Deutschland und China im Gesundheitswesen und seinen beiden Partnergesellschaften für Medizin.





I. Austausch Famulanten- und Studierendenaustausch
Seit der Gründung im Jahr 1984 steht der Famulanten- und Studierendenaustausch im Zentrum der Aktivitäten der DCGM(CDGM. Von Anfang an war dieser Austausch ein wesentlicher Bestandteil der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Diese intensive Zusammenarbeit bildet die Grundlage für erfolgreiche und nachhaltig gestaltete Kooperationsprojekte in der Medizin. Der persönliche Kontakt und das gemeinsame Lernen tragen maßgeblich dazu bei, innovative Ansätze zu entwickeln und die medizinische Versorgung in beiden Ländern kontinuierlich zu verbessern. Im Mai 2007 besuchte der deutsche Bundespräsident Köhler die Tongji-Universität, um eine Bronzestatue von Erich Paulun, dem Gründer der Tongji-Universität, zu enthüllen. Er nahm an der Unterzeichnungszeremonie des deutsch-chinesischen Kooperationsprojekts für die Ausbildung von Lehrkräften der Berufsbildung teil und hielt eine Rede.

Bundespräsident Köhler bei der Enthüllung der Erich-Paulun-Statue am Tongji Krankenhaus (2007).
II. Sino-German-Institute for Disaster and Emergency Medicine SGIDEM 2011
Im Dezember 2011 wurde das Sino-German-Institute for Disaster and Emergency Medicine in Wuhan unter Beteiligung von deutschen und chinesischen Fachmedizinern und der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin gegründet, welches Qualifizierungsmaßnahmen und Schulungen in der Notfall- und Rettungsmedizin für chinesische Ärzte organisiert und Beratungsfunktionen beim Ausbau des Rettungswesens in der Provinz Hubei und anderen Provinzen Chinas wahrnimmt. Die mit dieser Gründung verbundene Etablierung eines gemeinsam geführten Leitungs- und Koordinationsgremiums in China ist Ausdruck der Bedeutung, die dem gemeinsamen Wissens- und Erfahrungsaustausch in diesem Bereich für beide Seiten beigemessen wird. Zugleich wird damit die Zusammenarbeit in der Notfall- und Katastrophenmedizin realisiert, die auch dem politischen Wunsch beider Länder, niedergelegt im Gesundheitsabkommen zwischen der VR China und Deutschland vom 16. Mai 1980 entspricht und dieses ausfüllt.

III. Erste KTQ Qualifizierung Asiens 2012/2015
Am 08. Oktober hat das Tongji Klinikum die Rezertifizierung der Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (KTQ) bestanden. Die Abteilung für Rehabilitation erhielt las erste abhängige Abteilung in Asien das KTQ-Zertifikat. Während der abschließenden Konferenz nahmen Frau Dannenmaier, Direktorin KTQ, Herr Ji Peng, Assistent der Leitung, Frau Rehlein, Dr. Herrmann, Dr. Josef und Dr. Rollnik, die Besucher von KTQ, Prof. Xu Yongjian, Präsident des Tongji Klinikums, Frau Wu, Vorsitzende des Klinikvorstandes, Vize-Präsidenten und Repräsentanten teil. Präsident Xu berichtete über die Einführung der sechs Kernelemente von KTQ und PDCA seit dem Jahr 2012, als das Tongji Klinikum als erstes Klinikum in Asien die KTQ-Zertifizierung erhielt.

IV. Hospital Management 2012/2014
Die DCGM und Chinese National Health Development Research Center initiierten das Kooperationsprojekt „Hospital Management“, das durch die Frankfurth School of Finance und Management wissenschaftlich begleitet wurde. Das Projekt startete im Frühjahr 2014 auf Basis eine Memorandum of Understanding MoU vom 23. Juli 2012 mit Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums. Das Ziel bestand in der Schulung in Deutschland von Vertretern des TOP- und Middlemanagements aus Pilotkrankenhäusern in China, der Vermittlung von Kenntnissen im stationären Vergütungssystem (v.a. DRG-system), Austausch von Studenten, Ärzten, medizinischen Wissenschaftlern und sonstigen Beteiligten im Gesundheitswesen, sowie der Förderung von längerfristigen Krankenhauspartnerschaften

Eröffnung des deutsch-chinesischen Freundschaftskrankenhauses 2018

Am 16. Oktober 2018 wurde nach mehr als 10-jähriger Vorbereitung das Deutsch-Chinesische Freundschaftskrankenhaus am Tonji Hosptal/Optical Valley Whuan eröffnet. Zu diesem Anlass, an dem auch Uwe Stoffregen, 1. Sekretär und Sozialreferent der Deutschen Botschaft in Peking/VR China, teilnahm, wurde die enge Zusammenarbeit beim Austausch von Medizinstudenten und Ärzten sowie Forschungskooperationen, unter anderem in den Fachbereichen Rehabilitation, Palliativmedizin und Notfallmedizin, offiziell durch Enthüllung eines Gedenksteines besiegelt. Das Freundschaftskrankenhaus ist maßgeblich auf die mehr als 10-jährige Vorbereitungszeit durch die beiden Partnerorganisationen DCGM und CDGM zurückzuführen.
