Weimer
Lt. Onkolog. Labor & Forschungsgruppe, Klinik Gynäkologie, Uniklinikum SH

Dr. rer. nat. Jörg Weimer ist seit vielen Jahren am Onkologischen Labor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und des UKSH, Campus Kiel, tätig. Er leitet dort eine Forschungsgruppe und beschäftigt sich mit molekularzytogenetischen Fragestellungen in der gynäkologischen Onkologie. Das Ziel seiner Arbeit ist es, molekulare Veränderungen in Tumoren für eine bessere Diagnostik und perspektivisch für individualisierte Behandlungsansätze nutzbar zu machen.
Sein wissenschaftlicher Hintergrund liegt in der Biologie und Humangenetik. Bereits während seiner Tätigkeit an der Friedrich-Schiller-Universität Jena arbeitete er auf dem Gebiet der Zytogenetik und molekularen Chromosomenanalyse. Seit 1996 ist Weimer an der Universität Kiel beziehungsweise am UKSH in der gynäkologischen Forschung tätig. Sein Schwerpunkt entwickelte sich dabei insbesondere zur molekularzytogenetischen Untersuchung gynäkologischer Tumoren.
Ein wesentlicher Schwerpunkt seiner Forschung ist die genomische Charakterisierung von Brust-, Eierstock- und Endometriumkarzinomen. Dabei untersucht Weimer unter anderem chromosomale und genetische Veränderungen, die mit Tumorentstehung, Krankheitsverlauf und Therapieansprechen zusammenhängen. Zu seinen Arbeiten gehören Untersuchungen zur homologen Rekombinationsdefizienz beim Ovarialkarzinom sowie zur Identifikation molekularer Biomarker für die Früherkennung gynäkologischer Tumoren.
Besonders relevant ist seine Arbeit im Bereich der translationalen Krebsforschung, also der Übertragung molekularbiologischer Erkenntnisse in die klinische Anwendung. Gemeinsam mit klinischen und grundlagenwissenschaftlichen Arbeitsgruppen der CAU und des UKSH war Weimer unter anderem an Forschungsarbeiten zu Mechanismen der Chemoresistenz beim Eierstockkrebs beteiligt. Weitere Projekte befassen sich mit neuen, möglichst nichtinvasiven Verfahren zur Erkennung von Endometriumkarzinomen.
Darüber hinaus engagiert sich Weimer in der wissenschaftlichen Betreuung des Nachwuchses. Promotionsarbeiten am Onkologischen Labor der Kieler Frauenklinik wurden unter seiner fachlichen Betreuung durchgeführt. Seine Forschung ist in die interdisziplinären Strukturen des Kiel Oncology Network (KON) eingebunden, das grundlagen- und klinisch orientierte Krebsforschung an der CAU und am UKSH miteinander verbindet.
